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oft gestellte Fragen
Dichtmittel

die Wahl der Dichtmittel

...ist ein entscheidendes Kriterium für Haltbarkeit und natürlich andauernde Dichtigkeit eines Motors.

Hierzu gilt es zunächst die Ansprüche an die Dichtmasse festzulegen:
- Umgebungsmedium (Öl, Wasser, Luft, Gase, Gefrierschutz, Verbrennungsrückstände)
- Umgebungstemperatur (sich ändernd zwischen -20°C bis 180°C)
- zu überbrückende Spaltmaße (zwischen 0,01 bis 0,5 mm)
- Drücke (Verbrennungs-, Motorinnen-, Abgas-, Kühlsystem- oder Unterdruck)
- Bewegung der Dichtflächen zueinander durch Druck und Temperaturwechsel



Die Umgebungsmedien verlangen viel von dem Dichtmittel ab:
Das Motoröl nimmt zum Beispiel sämtliche Verbrennungs-, Kraftstoff- und Kühlmittelrückstände auf, die es an den Dichtungen, Kolbenringen und Ventilschaftdichtungen vorbeischaffen. Dazu gehören ziemlich agressive Substanzen. Und auch Reste von Dichtmassen. Andere Feststoffe lassen wir mal außen vor.
Nebenbei bilden sich im Motorgehäuse etliche Gase aus Kraftstoff- und Verbrennungsrückständen, Zusätzen sowie verdunstendem Motoröl. Das Ganze unterliegt obendrein noch wechselnden Drücken und ist an verschiedenen Stellen ganz unterschiedlich temperiert.
Aber es kommt noch schlimmer:
Zwei Dichtflächen sind nicht selten aus unterschiedlichen Materialien oder werden durch andere Materialien befestigt.
Beispiel:
Ein Motordeckel aus Aluminium wird mit Stahl- oder gar Edelstahlschrauben befestigt. Natürlich mit korrektem Drehmoment, dazwischen eine Dichtung.
Nach einiger Fahrzeit ist mehr als die Hälfte der Schrauben recht lose, es muß nachgezogen werden.
Warum?
Die temperaturbedingte Dehnung von Aluminium und Stahl bzw. V2A (also Edelstahl) ist recht unterschiedlich. Um was sich Aluminium weiter dehnt als V2A, muß zumindest zum Teil von der Dichtung und dem Dichtmittel aufgenommen werden, diese gibt dabei nach. Den Rest übernimmt die Materialelastizität der Schrauben. Hinzu kommen oben erwähnten Druckschwingungen.




 

Im Grunde sollte dort, wo eine Dichtung verwendet wird, keine Dichtmasse zusätzlich aufgetragen werden.
Wenn sie jedoch verwendet werden muß (wegen Verzug der Dichtflächen oder Beschädigungen etc. - manche Motoren sind schließlich 30 Jahre und älter, die Materialqualität ebenso), muß sie neben chemischer Stabilität, Temperatur- und Alterungsbeständigkeit, eine auch nach Jahren bleibende Elastizität haben.
Da das Motorgehäuse durch die Verdrängung der Kolben und Blowby (besonders bei großen Einzylindern und Paralleltwins) ordentlich unter Druck steht, muß die Dichtmasse gleichzeitig ein Wandern der Dichtung dauerhaft verhindern können. Sonst drückt es die Dichtung einfach nach außen weg. Das Ding ölt.




 

Antwort:

Zum Schluß bleibt die Frage: Was nehme ich denn jetzt?
Es gibt hier keine Antwort, allein schon um eventuellen Gewährleistungsansprüchen aus dem Weg zu gehen.
Nur soviel:
Nach fast 30 Jahren Erfahrung mit Motoren aus den Jahren 1932 bis 2008: Hylomar werfe ich in den Eimer oder verschenke es an potente Kunden, die ich bald wieder sehen möchte. ;-)

Wer nun immenoch glaubt, daß eine einzige Dichtmasse für alles sei gut, möchte sich mal nur bei renomierten Dichtmittelhersteller wie REINZ oder DIRKO umsehen.

Mindestens zwei verschiede Dichtmittel benutze ich regemäßig. Machmal auch noch drei weitere.
Hylomar ist nicht dabei.