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Kraftstoffe



Ich tanke immer E10 weil es billiger ist...

Ich tanke immer E10 weil es billiger ist. Aber jetzt habe ich Rost im Tank. Kann das vom Sprit kommen?



Seit der Abschaffung von verbleitem Kraftstoff machen heutige Treibstoffe insbesondere Oldtimern und Motorräder häufig Kummer. Tanks rosten extrem schnell von innen, Vergaser sind verstopft und oxidiert, nach 3 Monaten springt die Karre nicht mehr an.

Kraftstoff für Ottomotoren sind Gemische aus Benzin, Alkohol und 2-4% Wasser (bei E95 (E5) = 5% Ethanol, E10 = 10% Ethanol). Ethanol bindet Wasser und mit erhöhter Konzentration steigt der Wasseranteil im Kraftstoff weiter da auch Kondenswasser aufgenommen wird.
Ethanol und Wasser wirken korrosiv auf die meisten Metalle wie Stahl, Aluminium, Kupfer, Bronze, Zink, Messing, Magnesium, Aluminium. Gleichzeitig entstehen beim Zerfall des Kraftstoffes aggressive Essig- und Ameisensäuren, die das Problem verstärken und auch Gummiteile angreifen.

In der Prä-Katalysatoren-Ära wurden dem Kraftstoff Phosphate zugegeben welche die Korrosion verlangsamen sollten. Diese schädigen jedoch die Schadstofffilter im Abgassystem, so wurden sie durch alternative Stoffe ersetzt. In den letzten Jahren verschwanden diese Korrosionsinhibitoren jedoch nach und nach wieder aus den Kraftstoffen, da die KFZ-Industrie immer mehr Kunststoffe statt Metalle und Gummi im Kraftstoffsystem einsetzt. Hinzu kommt, dass moderne Kraftstoffe stärker mit dem Luftsauerstoff reagieren und innerhalb weniger Monate zu zerfallen beginnen. Die meisten Hersteller garantieren lediglich noch 3 Monate für die zugesicherten Eigenschaften ihrer Plörre.

Wird also ein Motorrad längere Zeit abgestellt, sollte nicht mehr der Tank bis zum oberen Rand gefüllt sondern statt dessen komplett entleert werden.
Und der Vergaser natürlich auch.
Und die letzte Tour am besten mit Super-Plus fahren.



Normal oder Super?

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hallo kasi, ich hab eine frage zu kraftstoff(unterschieden). ist es richtig, daß sich normal und super nur in ihrer klopffestigkeit - also nach meiner vorstellung \"selbstentzündungswiderstandsfähigkeit\"- unterscheiden?
mit besten grüßen, christian



Antwort:

Genau das ist der einzige nennenswerte Unterschied.
Natürlich preisen verschiedene Hersteller ihren Sprit auch mit "verbesserten" Zusätzen an, allerdings sind für 99,9 % aller Fahrzeuge die heutigen in Deutschland vertriebenen Markenkraftstoffe in Punkto Qualität mehr als ausreichend.
Trotzdem kann es auch bei der selben Marke Unterschiede von Tankstelle zu Tankstelle geben, da öfter als man glaubt gepanscht wird.

Untersuchungen von Auto- und Motorradzeitschriften ergeben in der Regel, daß zum Beispiel der 100-Octan-Sprit von Shell bei sehr wenigen Fahrzeugen eine Leistungssteigerung von 1-2% bringt. Allerdings wird davon ausgegangen, daß diese "Mehrleistung" durch Toleranzen während der Messung entstand.

Rein technisch gesehen ist eine spürbare Mehrleistung nach meiner Erfahrung nur dann möglich, wenn:
1. der Motor in seiner Auslegung zum "Klingeln" neigt,
macht es sinn, daß das Kraftstoff-/ Luftgemisch langsamer verbrennt, da der höchste Verbrennungsdruck später nach OT (Oberer Totpunkt des Kolbens) entsteht.
2. Klopfsensoren und eine lernfähige Motorelektronik vorhanden sind und dann über längere Zeit mit diesem Sprit gefahren wird. Dann verstellt die Motorelektronik nämlich den Zündzeitpunkt bis zur Klopfgrenze weiter in Richtung Frühzündung.
Nur so könnte das Potenzial des Kraftstoffes genutzt werden.





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