Sich einen Mann zu halten, ist bei weitem nicht mehr so problemlos wie zu Großmutters Zeiten, und es erhebt sich die Frage ob sich die Dauerhaltung rechnet. Ein brauchbares Exemplar sollte mindestens zwei der nachfolgend genannten Voraussetzungen erfüllen.
§ 1: Grundlegende Eigenschaften Abs 1: Er sollte nützlich sein (handwerkliche Fähigkeiten, fleißig in Haushalt und Bett) Abs 2: sein Aussehen sollte weder Mitleid noch Ekel erregen Abs 3: Eine ordentliche Frauchenprägung sollte vorhanden sein
§ 2 Er ist reich! Ein besonderes Exemplar, doch sehr selten und oft schwierig zu halten. Vorteile: - Hoher Restwert auch bei fortgeschrittenem Verfall - Die Entsorgung verursacht keine Kosten, wird in der Regel sogar fürstlich belohnt - § 1, 3a, 3b, 4, 5, 6, 7, 8, 9 dürfen vernachlässigt werden Nachteile: - Dem Kaufvertrag sollte eine Rechtsberatung voraus gehen. - Mit verschrobenem Verhalten, - Mitleid erregender Optik, - schlechter Erziehung, - geringer Leistungsbereitschaft und - schwacher Frauchenprägung muss gerechnet werden.
§ 3a Anschaffung Gehen Sie bei der Auswahl Ihres Männchens sorgfältig vor und lassen Sie sich genügend Zeit um sich von seinen tatsächlichen Fähigkeiten zu überzeugen. Bedenken Sie, dass das Männchen stets versucht, sich von seiner besten Seite zu zeigen, später aber häufig in altes Rollenverhalten zurückfällt. Oft treten versteckte Mängel erst nach einer Weile in Erscheinung. Empfehlenswert ist die Anschaffung eines bereits ausgebildeten Männchens (siehe auch § 5). So sind zum Beispiel auf dem Secondhand-Markt oftmals brauchbare Exemplare zu finden. Sie zeichnen sich meist durch eine ausgezeichnete Ausbildung und eine genügsame Lebensweise aus. Aber Vorsicht vor mehrfach gebrauchten Exemplaren: Aufgrund der Einflüsse unterschiedlicher Pflegestellen neigen sie zu zeitweiligem Gedächtnisverlust und können sich dann weder an ihr derzeitiges Heim noch Frauchen erinnern.
§ 3b Entsorgung Machen Sie sich bereits vor der Anschaffung über Haltung, Nutzungsdauer und Entsorgung Gedanken! Gepflegte und gut erhaltene Exemplare erzielen einen Recht hohen Wert auf dem Secondhand-Markt, so entfällt die kostenintensive Sondermüll-Entsorgung. Einfach aussetzen ist zu gefährlich: Er könnte heimfinden, wenn man gerade nicht damit rechnet. In der letzten Zeit steigt die Zahl der ausgesetzten Männchen rapide an. Viele Exemplare streunen orientierungslos herum oder suchen Zuflucht bei anderen Frauen.
§ 4 Ernährung Der Mann ist ein Allesfresser. Um Mangelerscheinungen vorzubeugen, sollte man ihm neben Dosenfutter ab und zu frisches Gemüse oder Salat vorsetzen. Alkohol sollte nicht grundsätzlich verboten werden, da er ihn sich sonst zusammen mit anderen Artgenossen heimlich beschafft. Für Süßigkeiten aller Art gilt im Wesentlichen das Gleiche. Vorsicht vor Überfütterung. Bedenken Sie, dass ein fetter Mann schnell unbeweglich wird und so der Gebrauchswert sinkt.
§ 5 Artgerechte Haltung Was die Unterbringung angeht, so ist der Mann relativ anspruchslos. Im Allgemeinen genügen Bett und Fernseher. Bei Vorhandensein eines Computers kann eventuell auf Pornovideos verzichtet werden. Man sollte ihn nicht den ganzen Tag einsperren, da er sonst depressiv wird, das Essen verweigert und bald eingeht. Zur Erhaltung der allgemeinen Beweglichkeit haben sich die Nutzuung seiner Angeborenen Fähigkeiten im Bett und Gassiführen bestens bewährt. Mindestens einmal täglich eines von beidem. Denken Sie jedoch daran, ihn immer an der langen Leine zu lassen.
§ 6 Pflege Sorgen Sie dafür, dass er sich wenigstens einmal am Tag wäscht. Um Verletzungen vorzubeugen, sollten die Nägel regelmäßig nachgeschnitten werden, ein gelegentlicher Haarschnitt ist ebenfalls zu empfehlen. Tauschen Sie getragene Kleidung regelmäßig gegen frische aus damit er nicht anfängt zu riechen.
§ 7 Männerkrankheiten Der Mann im Allgemeinen neigt zu Übertreibungen. Eine Veranlagung zum Hypochonder ist quasi angeboren. Bei Erkältung ist leichte Bettruhe vollkommen ausreichend. Aufrichtiges Bedauern des Erkrankten sowie neue Spielzeuge (Bälle, Autos, Motorräder, Spazierstöcke oder Hobbywerkzeuge) können den Heilungsverlauf positiv beeinflussen. Sollte tatsächlich eine ernste Erkrankung vorliegen, empfiehlt es sich, einen Arzt hinzuzuziehen und/oder über eine Neuanschaffung nachzudenken. Manche Männchen neigen zu frühzeitigem Haarausfall. Dies ist unbedenklich und beeinträchtigt weder Haltbarkeit noch Leistungsfähigkeit.
§ 8 Ausbildung Männer werden schnell handzahm, wenn man sie richtig behandelt. Das Befolgen der wichtigsten Regeln wie "fuß", "platz", "kusch", "hol's" und "hör-auf-zu-popeln" beherrschen die meisten bei regelmäßigem Training mit Hilfe von Belohnungen durch "Leckerli" oder ein paar Streicheleinheiten bereits nach wenigen Tagen. Bei der Ausbildung ist es unerlässlich, klare Regeln aufzustellen und sowohl Mama wie Schwiegermutter als Druckmittel einzubeziehen. Seinen Ausbildungsstand können Sie getrost an seinem Verhalten auf der Toilette festmachen: Sitzt er beim Pinkeln, haben Sie das Maximum erreicht. Ein Zeitungsständer mit seinen Lieblingsblättern neben dem Örtchen unterstützt die dauerhafte Erhaltung dieses Niveaus.
§ 9 Fortpflanzung Männer sind das ganze Jahr über läufig und verhalten sich dementsprechend. Ein in diesem Zusammenhang geäußerter Kinderwunsch ist mit Vorsicht zu genießen, da er oft nur als Mittel zum Zweck dient. Mieten oder leihen sie sich bei Verwandten / Bekannten ein paar Kinder, so können Sie seine Belastbarkeit als Vater in Ruhe testen. Sollten Sie neigen, seinem Wunsch nachzukommen, vergessen Sie nicht, auch wenigstens Mädchen zu gebären. Diese unterstützen die Bindung an sein Heim besonders und wickeln ihn für Sie um den Finger. Sie ersparen sich damit einen Menge Erziehungsarbeit.
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